Bei Außenputzprojekten sind Materialknappheit oder übermäßiger Abfall häufige Probleme. In den meisten Fällen werden diese Probleme nicht durch die Farbqualität oder die Ausführung verursacht, sondern durch eine falsche Flächenberechnung in der frühen Planungsphase. Ein häufiger Fehler ist die Schätzung des Materialverbrauchs basierend auf der Projektionsfläche des Gebäudes oder vereinfachten Wandabmessungen anstelle der tatsächlichen Beschichtungsfläche.
Der Anwendungsbereich von Außenwandfarbe muss auf der Grundlage der tatsächlich freiliegenden und entfalteten Oberflächen berechnet werden, die beschichtet werden müssen. Der erste Schritt ist die Messung der Länge und Höhe jeder Außenwand und die Summierung aller Wandflächen, um die gesamte entfaltete Fassadenfläche zu erhalten. Als Nächstes werden Flächen abgezogen, die eindeutig keine Beschichtung erfordern, wie z. B. Tür- und Fensteröffnungen, Glasfassaden oder andere ausgeschlossene Bereiche. In der Praxis wird in der Regel nur die reine Öffnungsfläche von Fenstern abgezogen; wenn Fensterrahmen oder Laibungen beschichtet werden, sollte der Abzug entsprechend angepasst werden.
Ebenso wichtig ist das Hinzufügen von Flächen, die oft übersehen werden, aber den Materialverbrauch erheblich beeinflussen. Dazu gehören Balkone, Zierleisten, Gesimse, Säulen, Fensterbänke, Brüstungsmauern, Dachüberstände und alle sichtbaren zurückspringenden oder vorspringenden Oberflächen. Die endgültige Anwendungsfläche wird berechnet als:
Gesamte abgewickelte Wandfläche − nicht beschichtete Flächen + zusätzliche strukturelle Oberflächen.
Dieses Ergebnis repräsentiert die Netto-Beschichtungsfläche. Bei der tatsächlichen Ausführung sollte ein Materialverlustzuschlag von 5 %–15 % berücksichtigt werden. Um eine ausreichende Versorgung und einen reibungslosen Bauablauf zu gewährleisten, ist es gängige Industriepraxis, die berechnete Fläche um etwa 10 % zu erhöhen.